Ausstattung - Experimente Biologie

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Ausstattung

GRUNDSCHULE
Ausstattung für die Grundschule                                  zurück        druck
g0 AUSSTATTUNG
Die meisten Grundschulen verfügen nicht über einen Raum für Experimente. Diese müssen auf den Arbeitstischen in der Klasse ausgeführt werden. Daher die folgenden Vorschläge für eine flexible und praktikable „Grundausstattung“:
1) Arbeitsplatte für Experimente: Eine an den Rändern hochgebogene Alufolie, ca. 40 x 50 cm, hat sich bewährt. Nach den Versuchen kann die Folie leicht entsorgt werden. Man kann auch alte Backbleche nutzen. Für die Reinigung wird Küchenkrepp verwendet.

Für die Unterrichtsgestaltung hat sich für die einzelnen Versuche ein Schuhkarton bewährt. Er enthält die benötigten Substanzen (immer in kleinen Gläschen mit Schraubverschluss und Hilfsmittel (wie Thermometer, Löffel usw.), die gerade für den Versuch benötigt werden. Damit kann eine gewisse Ordnung während des Experimentierens gewahrt bleiben und die Aufräumarbeiten gestalten sich einfacher.
2) Arbeitsblätter / Arbeitsunterlagen
Eine Zettelwirtschaft mit Arbeitsblättern wird als Gefahr für den Unterricht gesehen. Trotzdem ist jeder Versuch in Form eines Arbeitsblatts gehalten, in dem der Arbeitsablauf geschildert ist. Dabei kann die Lehrperson den Ablauf auch mündlich schildern und die Ergebnisse an der Tafel festhalten.
Die Arbeitsblätter dienen nur dazu, eine nachvollziehbare Arbeitsweise einzuüben. Daher folgen die Arbeitsblätter immer dem „naturwissenschaftlichen Ritus“:
 Frage an die Natur, oft verpackt in einer Behauptung (Hypothese),
 Angaben zum Material (Was brauchst du?)
 Angaben zur Durchführung (Was kannst du tun?).
 Vorschlag für ein Protokoll (Beobachtung?).
 Aufforderung, das Beobachtete mit eigenen Worten zu interpretieren (Interpretation).
(Dabei dürfen die Interpretationen durchaus falsch im naturwissenschaftlichen Stand des Wissens sein – nur die Beobachtungen sollten genau und richtig sein. Erst allmählich lernen die Schülerinnen und Schüler den Ablauf des naturwissenschaftlichen Denkens und lernen dessen Besonderheiten und Vor- und Nachteile einzuschätzen.)
3) Geräte Wenn die Schule über einen Grundstock für chemisches Arbeiten verfügt – wie Stative, Reagenzgläser, Heizplatten, Filter und ähnliches, so sind solche Teile von Vorteil. Ein solcher Gerätesatz ist aber nicht notwendig.
Die Versuche sind alle so angelegt, dass sie mit Ausrüstung aus den Haushalts- bzw. Camping- Abteilungen von Kaufhäusern durchgeführt werden können. Dies hat den Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler die „Geräte“ schon kennen und sie mit »neuen Aufgaben« versehen können. Von den im chemischen Labor eingeführten Geräten sind allerdings Reagenzgläser in bruchfester Ausführung im fünffachen Klassensatz unerlässlich. Ständer für Reagenzgläser kann man sich selbst herstellen, indem man Löcher in Styroporplatten stanzt.
Frische Reagenzgläser stellt man auf etwas Küchenkrepp umgekehrt in ein Marmeladenglas zur Nutzung bereit, gebrauchte Reagenzgläser stellt man umgekehrt in einen Plastikbecher. Auf diese Weise lässt sich eine Wiederbenutzung vermeiden. -- Alle verwendeten Lösungen sind nicht giftig und können gefahrlos als Abwasser entsorgt werden. Kleiner Kühlschrank oder eine Gemüsebox (ca. 20 x 30 cm): für die Aufbewahrung in der Kälte. Kleinteile: Pappteller, Pappnäpfe, kleine Partylöffel, Buchenholzstäbe, Glasstäbe zum Rühren, Wischtücher aus Papier, Küchenmesser, Schere, Klebeband, Pipetten aus Plastik, Partykerzen, Streichhölzer, Taschenmesser, Zahnstocher, Wattestäbchen, kleine Becher, Marmeladengläser, Untersetzer (alles im Haushaltswarengeschäft). Heizplatten und Blechnäpfe: für Wasserbäder zum schonenden Erhitzen. Bunsenbrenner auf Gaskartusche: (Campingbedarf), (evtl zusätzlich: Ein Bunsenbrenner mit Schweißaufsatz (Brenner für Crème brulèe, Haushaltswarengeschäft). Reagenzgläser: normale Größe, aber die bruchsichere Version wählen (auf die Dauer wesentlich billiger und mit deutlich geringerer Verletzungsgefahr). Stative, Muffen und Klemmen: im halben Klassensatz für höhere Klassen.
4) Pflanzen: Wasserpest (Elodea spec) zeigt im 2 Literglas mit etwas Schlamm jahrelang am Nordfenster sehr gutes Wachstum (aus Aquarienhandlung). Für die Sauerstoffentwicklung bei Sonnenlicht oder Schreibtischlampe, und für Zelluntersuchungen an Blättern. Fleißiges Lieschen (Balsaminaceae), Zuchtpflanzen mit durchscheinenden Stengeln; Stangensellerie (Apium dulce, Zuchtform): für Leitbündeluntersuchungen (Markt). Geranien (Geranium spec, Zuchtform): Topfpflanzen mit nicht eingeschnittenen Blättern (Stärkenachweis bei Fotosynthese). Duftgeranie (Geranium molle, Zuchtpflanze): am Südfenster in der Klasse auch im Winter wachsend, für Stärkenachweis und Verdunstungsversuche, in den Blättern Duftstoffe. Dreimasterblume (Tradeskantia spec), mit biegsamen Stengel und festenBlättern für Fotosyntheseversuche und Wassertransport. Frische Zweige von Bäumen mit hohem Wasserbedarf: Ulme, Pappel, Birke (Wassertransport).
Gemüse: Spinat (das ganze Jahr über erhältlich). Samen: Kresse Beobachtung des Keimungsablaufs,
Weizensamen, naturbelassen für die Beobachtung von Keimung, Wurzelhärchen auf Filtrierpapier und Wachstum.
Mais oder Erbsen für Atmungsversuche,
Feuerbohnen ( Wachstum in Gartenerde, im Sachsen Wurzelkasten oder in Holzspänen)
5) Chemikalien und Reagentien Mehl (Haushalt) für Stärke: Mondamin aus Maismehl. Nur stark verdünnte Lösungen nutzen! Lugolsche Lösung (Jod-jodkalium in Wasser) zum Stärkenachweis: Blau- bis Schwarz- Färbung der zu testenden Oberfläche oder der Lösung durch Auftropfen von hellgelber Lugolscher Lösung (Lehrmittelbedarf) zeigt Stärke an. Glucose (Dextroenergen, Traubenzucker) in Drogerien. Glucosenachweis: Nachweisstäbchen für Glucose im Urin (Apotheke); Kontrolle: Frischer Weintraubensaft, (Haushaltszucker ist als Disaccharid nicht geeignet! Eiweißnachweis: Stäbchen für Eiweißnachweis im Urin (Apotheke) oder Biuretreagenz (Lehrmittelbedarf). Eiklar,sehr stark verdünnt! Kalkwasser: (CaO) (gebrannter Kalk, Baumarkt) löst sich in Wasser zur Ca(OH)2. Nachweis für Kohlenstoffdioxid. Die abfiltrierte Lösung hält sich verschlossen bis zu einem halben Jahr. - Wenn man CO2 einleitet, fällt weißes Pulver (CaCO3) aus, erkennbar an einer deutlichen Trübung. Dichlorphenolindophenol: (ca. 1 g, hält sich jahrelang) löst sich blau in Wasser, entfärbt sich bei Zugabe von Vitamin C – zum Nachweis von Vitamin C. Stäbchen aus Buchenholz (»Glimmspäne«): Sauerstoffnachweis.
Weiterführende Informationen: Schneider, V.u. Th. Zahn: Experimente, die gelingen, Shaker 2008; AOK (2008): Science kids – Kinder entdecken die Gesundheit, info@sciencekids.de; Knobel, Eve (1998): Experimente im Sachunterricht, Volk und Wissen, Berlin; Klett (2006): Prisma Naturwissenschaften, Klettverlag Stuttgart;
Seilnacht, Thomas (2004): Naturwissenschaftliches Arbeiten, Verlag Seilnacht, Bern; Schrödel (2006): Netzwerk Naturwissenschaften, www.schrödel.de; Schrödel (2006): Netzwerk Biologie, Arbeitshefte, www.schrodel.de; www.chemieunterricht.
 
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