Duft - Experimente Biologie

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Duft

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Duftstoffe aus Pflanzen – 
eine der Grundlagen für die Parfümindustrie               zurück                   druck   
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Vorbemerkung: Obwohl wir Menschen rund 200fach schlechter riechen können als Hunde, spielt Riechen für uns doch eine große Rolle. Das zeigt sich schon an der  Bemerkung: „Ich kann den nicht riechen!“ Auch das Gerücht, das sich rasend schnell in der Stadt verbreitet, hat Riechen im Wortstamm. In der Religion spielte das Rauchopfer eine große Rolle, Parfüm (= par fumum = durch Rauch) bedeutete ursprünglich, sich die Gottheit „durch ein Rauchopfer“ gewogen zu machen. In der Zeit der Römer wurde „gut riechen“ privatisiert und zu einem Statussymbol: die reichen Römer parfümierten so gut wie alles. Erst durch das Christentum wurde Parfüm in Misskredit gebracht, wohl weil Duftstoffe im alten Rom viel Geld gekostet haben. Allein Weihrauch durfte in Kirchen noch verwendet werden.  Im heutigen Leben sind Parfüme für alle käuflich geworden. Parfümeure (Berufsbezeichnung: „Die Nasen“) kreieren immer neue Duftkombinationen. Der Markt nimmt immer noch zu, trotz der Preise, die verlangt und bezahlt werden. Räucherstäbchen sind Mode. - -- Kurz, wir entkommen nicht den Gerüchen!
Technik: Von den rund 3000 bekannten Duftstoffen aus Pflanzen – meist aus Blüten - werden nur rund 150 Stoffe industriell genutzt. Die wichtigsten Duftstoffe sind die „ätherischen Öle“, die schon bei Zimmertemperatur verdampfen. Die Bedeutung solcher Öle für die Pflanzen ist umstritten. Es wird angenommen, dass die Öle beim Verdunsten die Wasserabgabe durch die Blätter verringern. Dies würde verständlich machen, dass Mittelmehrpflanzen in der Mittagshitze besonders stark duften. Die Ätherischen Öle verhindern auch Insektenfraß, sie bilden einen Schutz gegen Weidetiere, zum Teil wirken sie auch antibakteriell. Für den Menschen spielt nur der Geruchseindruck eine Rolle. Wegen der teuren Gewinnung sind die Preise für die Essenzen, die reinen ätherischen Öle, sehr unterschiedlich: z.B. kostet ein Kilo Rosenöl (Bulgarien) rund 4000 Euro, ein Kilo Orangenöl (aus Florida) nur rund  5 Euro. 
Versuche: Im Versuch wird aus der Duftgeranie Geraniol durch Wasserdampfdestillation gewonnen und durch Riechen nachgewiesen.
Andere Methoden der Gewinnung sind:
Mazeration =
einbringen von Pflanzenteilen in einen geschlossenen Raum mit tierischen, leicht zu verflüssigenden Fetten (wie Schweinefett). Die Duftstoffe diffundieren langsam in das Fett, aus dem sie leicht durch vorsichtiges Erwärmen wieder freigesetzt werden können.
Enfleurage = auf Glasplatten mit Hammelfett werden 5mal nacheinander frische Rosenblätter aufgebracht, bis das Fett mit den Duftstoffen gesättigt ist.
Extraktion = die Duftstoffe werden mit Petroläther ausgewaschen, der Petroläther verdampft und das ätherische Öl bleibt sehr rein übrig. Eine technische Weiterentwicklung stellt die Druckextraktion mit verflüssigtem Gas dar.
Wo kommen einige Duftstoffe her?  
Wasserdampfdestillation des Geraniols. 
Parfüm Geschichte
Wir stellen ein Parfüm her


LIT: Probst, W (1984): Parfüm aus Pflanzen IN: UB 90, 8, Jhrg;  Müller, J. (1984): Das H&R Buch Parfüm, Glöss Verlag, Hamburg;  Barille; E. und Ch. Laroze: neueste Auflage: Parfüm, Christian Verlag;
 
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