Lärm einf - Experimente Biologie

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Lärm einf

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Lärm                                                  zurück
– Eine Umweltgefährdung ersten Ranges

Musik wird oft nicht schön gefunden, 
da sie stets mit Geräusch verbunden.
 (Wilhelm Busch)
 
Als Lärm wird jedes Geräusch bezeichnet, 
das als unangenehm empfunden wird.  
 
Info: Lärm wird als Schalldruck gemessen. Dabei ist es gleichgültig, wer den Lärm verursacht oder wie er empfunden wird. Die Bezeichnung dB (A)  (deci Bel) geht auf den Physiker Bel zurück, der das physikalisch gültige Messsystem für Geräusche entwickelt hat. (A) bedeutet ein Faktor, der den Schalldruck bei den Bedingungen des menschlichen Ohrs berücksichtigt. Eine Erhöhung um 10 dB(A) wird als Verdoppelung des Schalls wahrgenommen (wikipedia Lärm 2010). 
Lange Zeit wurde Lärm nicht als Risikofaktor angesehen. Heute wird sehr großen Wert auf Schallschutz gelegt, weil sich gezeigt hat, dass Lärm erhebliche Gesundheitsschäden verursacht. Der Gehörsinn wirkt auch in der Dunkelheit und bei noch unsichtbaren Gefahren. Wir können das Ohr nicht verschließen und eine Gewöhnung an Lärm findet nicht statt.
Lärm und Gehör:  Geräusche kommen den Verrechnungsstellen im Gehirn immer „an". Immer wird dann auch die Stressreaktion automatisch und unbewusst ausgelöst. Das macht biologisch Sinn, denn Geräusche bedeuten immer Gefahr und verlangen erhöhte Aufmerksamkeit. Die Stressforschung konnte nachweisen, dass auch immer dann, auch wenn der Lärm nicht mehr bewusst wahrgenommen wird, die Stressreaktion trotzdem in Gang kommt. 
Stress  Eine Gewöhnung an Lärm findet nicht statt. Das ist auch in bio-logischer Sicht sinnvoll: Lärm bedeutet immer Gefahr und verlangt nach Schutzmaßnamen.Gerade der Umstand, dass die einmal aufgerufene Stressreaktion nicht auch anschließend körperlich durch Aktivität abgearbeitet wird, macht die eigentliche Krankheitsverursachung aus. Lärm wirkt auf Gehrin und Körper so, als ob man mit Vollgas bei angezogenen Bremsen fährt. 
Risikofaktor Lärm: Lärmbelastung gilt inzwischen als vorherrschender Stressor in unserer Gesellschaft. Viele kleinere Lärmbelastungen wirken dabei schädlicher als einige wenige große, z.B. ein Donner. Inzwischen ist eine biologisch-medizinisch begründete Sensibilisierung bei der erwachsenen Bevölkerung festzustellen: 
Persönliche Lärmbelastung. Die Lautstärke eines normalen Gesprächs beträgt rund 50 dB(A). Ab einer Lärmstärke von etwa 70 dB (A) findet eine psychische Beeinträchtigung statt: das Gehirn konzentriert sich unbewusst auf den zusätzlichen Lärm. Ab etwa 80 dB(A) folgen direkte Hörschäden im Innenohr (Abreißen der Pili auf den Gehörsinneszellen). Ab 120 dB(A) erfolgt sehr rasch Taubheit. In der Klasse bewirkt ein Anfangslärm, dass die Lehrperson lauter spricht. Dies führt zu einer Erhöhung des allgemeinen Lärmpegels. Dies führt wiederum zu einer höheren Lärmstufe in den Mitteilungen der Kinder untereinander: Der Lärm schaukelt sich auf. In Klassenräumen und auf dem Schulhof werden locker 80 bis 100 dB(A) erreicht.                Lärmquellen In der Schule kann ein kurzer Test einen ersten Hinweis auf Gehörschäden geben: Flüstern muss noch in soll noch in 6 m Entfernung zu hören sein. Bei ersten Anzeichen muss der Arzt befragt werden Hörfähigkeit.
 vgl auch Sekundarstufe.  Sinne Hören
Lit: Lärm: http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4rmschutz 
Verbesserungen: 
http://www.bmu.de/laermschutz/aktuell/1690.php 
Rechtsgrundlagen:  http://www.stmug.bayern.de/umwelt/laermschutz/recht/index.htm 

Lärm  Arbeitsunterlage 1------------------------------------------
Lärm und Konzentrationsfähigkeit
ein Maß für die Stressbelastung  
 
Geräte:
Man benötigt einen Kassettenrecorder, ein  Radio, ein Lärmmessgerät und ein Blutdruckmessgerät  oder auch ein Pulsmessgerät, Stoppuhr oder Uhr mit Sekundenzeiger
Material: Für jede Versuchsperson benötigt man zwei Bögen Papier mit einer beliebigen Buchstabenfolge. Es sollen 15 Zeilen vorhanden sein und in jeder Zeile etwa 60 Buchstaben. In jeder Zeile sollen die Buchstaben a, b und q unregelmäßig verteilt werden.
Versuchsdurchführung: Man misst alle 2 min den Puls einer sehr ruhig sitzenden Versuchsperson. Dabei beginnt man mit der Pulsmessung etwa 6 min vor dem Start des Versuchs.  
1) Versuch 1: Aufgabe für die Versuchsperson ist, so schnell sie kann, alle Buchstaben a, b und q zu unterstreichen, die Buchstaben c und f durchzustreichen.  Die Zeit bis zum Ende (etwa 5 min) wird gestoppt.
2) Pause von 5 min.
3) Versuch 2: Man lässt Musik abspielen in einer Lautstärke, dass 70 dB(A)  erreicht werden. Nun soll die Versuchsperson den Test wieder unter Lärmbelastung durchführen. Die Zeit wird erneut gestoppt.
4) Die Daten von etwa 10 Personen werden gesammelt. (Man kann den Versuch auch parallel mit mehreren Personen durchführen). 
 
Auswertung: Man zählt die Gesamtzahl der richtig unterstrichenen Buchstaben zusammen und teilt durch die benötigten Sekunden.
Man addiert alle durchgestrichenen Buchstaben und vergleicht sie mit der richtig durchgestrichenen Buchstabenanzahl.
Man berechnet den Prozentsatz an richtig durchgestrichenen Buchstaben.
Schließlich berechnet man den Durchschnittswert der gesamten Versuchsgruppe für Versuch 1 und Versuch 2 und stellt in einer Grafik die Daten  bildlich dar.

Protokolle auf einem gesonderten Blatt
 
 
Interpretation?  Fragen:
Warum Mittelwerte?
Warum etwa 10 Personen?
Warum darf man nicht über 80 dB(A) gehen?
 
 

Lärm Arbeitsunterlage 2---------------------------------------
Persönlichen Lärmbelastung

Nach: Broschüre Suva Kundendienst Luzern  www.suva.ch
 

Fakten aus der Medizin und der Stressforschung:
1.    Das Risiko der Schädigung hängt nicht davon ab, ob man den Lärm als angenehm oder unangenehm empfindet.
2.    Entscheidend ist nicht die höchste Belastung, sondern die Anzahl der Belastungen über den Tag hinweg.
 
Die roten Zahlen geben die erlittene Lärmdosis (als Lärm“punkte“) wieder. Wenn man Ohrstöpsel trägt, darf man die erreichten Punktzahlen durch 100 teilen.
Wenn Sie weniger als 100 Punkte erreichen, treten wahrscheinlich keine Hörschäden bei Ihnen auf.


Aufgabe: Legen Sie eine Tagestabelle für den Tag der wahrscheinlich höchsten Lärmbelastung an und berechnen Sie Ihre persönliche Lärmbelastung!



Lärm Arbeitsunterlage 3----------------------------------
Erfassung von Lärmquellen
 
Lärmmessgerät: (Zubehörhandel)  
 
Messung der Lärmbelastung
1)    Man hält das Mikrofon des Geräts in Richtung auf die Lärmquelle in
etwa150 m Höhe.
2)    Das Lärmmessgerät wird auf die Stellung langsam (slow) eingestellt und die Batterie wird überprüft. Man beginnt bei Geräten, die in 10er Schritten einstellbar sind, mit der Einstellung 90 dB(A), um das Gerät nicht zu überlasten.
3)    Dann verstellt man den Messbereich solange nach unten, bis der Zeiger im genannten Bereich sich bewegt.
4)    Der Wert wird notiert.
 
Aufgabe: Finde die drei wichtigsten Lärmquellen im Klassenraum, im Schulgebäude, auf dem Schulhof heraus.  

Wie laut ist ein Auto im Innenraum?
 
Aufgabe: Wie laut ist Flüstern, wie laut kann man brüllen? Wie laut ist ein Gespräch?
Protokoll: Trage die Messwerte in eine Tabelle ein!
 
Hinweise zur Messung:
Die meisten Geräte sind sehr empfindlich. Sie haben verschiedene Messbereiche, die man gesondert einstellen muss,
zum Beispiel: Bei einem zuvor eingestellten Messbereich von 60 liest man den Wert 6 ab. Dann misst man 66 dB(A). Ist der Erweiterungsschalter eingestellt, misst man 86 dB(A).
 


Lärm  Arbeitsunterlage 4-------------------------------------------------------
Hörfähigkeit des Menschen
 
Abschätzung der Hörfähigkeit: 
1) Wie wichtig ist Hören? Eine Untersuchung in der Klasse: 
Der Versuchsperson werden die die Augen verbunden, das Hören kann durch einen guten Kopfhörer oder gute Ohrstopfen weitgehend unterbunden werden.
Der Versuchsleiter schlägt mit einem Bleistift an ein Glas. Die Versuchsperson wird durch den Klassenraum geführt: Sie soll angeben, wo der Versuchsleiter steht. 
a) Einmal mit verbundenen Augen und offenen Ohren, dann 
b) mit verbundenen Augen und mit verstopftem Ohr.
Ergebnis?
 
2) Flüstertest: Wie gut kann ich hören?
Die Lehrperson flüstert so leise sie kann (= 30 dB(A).  Die Versuchsperson muss das Flüstern noch in 6 Meter Entfernung hören können. Andernfalls ist ein Besuch beim Ohrenarzt ratsam. Die Hörfähigkeit nimmt mit dem Alter ab. Nicht hören können isoliert und macht einsam. Daher ist Schwerhörigkeit mit sozialen Einschränkungen und seelischen Gefährdungen verbunden. 
Schwerhörigkeit im Alter: 
 
3) Leise – Laut ??
Wie leise kann die Klasse sein – wie laut ist es in der Klasse?
Messung mit einem Schallmessgerät .        leise wie möglich  ___________ 
                                                                            laut wie möglich   ___________
 

4) Leistungsfähigkeit des Gehörs und des Gehirns:
Wie genau können wir die Richtung messen, aus der der Schall kommt?

Geräte: Gummischlauch von 1m Länge mit Markierungen von 50 cm aus bei 49, bei 48, bei 47, bei 46, bei 45 und bei 51, 52, 53, 54, 55.
Durchführung: Man steckt einer Versuchsperson von hinten beide Enden des markierten Schlauchs in die Ohren und klopft mit einem Bleistift rechts und links von der Mitte leicht auf den Schlauch. Man stellt fest, bei wie viel cm die Versuchsperson nicht mehr genau sagen kann, von welcher Seite der Schall kommt.
Auswertung: Berechne, welche Zeitunterschiede das Ohr noch wahrnehmen kann um daraus die Richtung des Schalls zu bestimmen.
 
Beispiel: Der Schall legt 340 m pro Sekunde zurück.
 1 sec entspricht 340m
                  1m     entsprechen  1 / 340 sec
                  1cm  entsprechen  1 / 34000 sec
Wenn ein Wert von 2cm (1cm nach rechts, 1 cm nach links von der Mitte) gemessen würde, würde gelten: Das Gehirn kann einen Zeitunterschied von 0,0000588 sec feststellen und daraus die Richtung des Schalls bestimmen!

Berechne den richtigen Wert!
 

 
 
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