S Duft Experimente - Experimente Biologie

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S Duft Experimente

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Duft Experimente                                 zurück  


Duft Arbeitsunterlage 1 -------------------------------------------------------
Wo kommen die Duftstoffe her?

Wir entdecken besondere Organe in  Blättern!
 
Was wird gebraucht:
Eine Duftgeranie (Fachgeschäft)  
Rasierklingen
Mikroskop mit Objektträgern
und Deckgläsche
 
Arbeitsablauf:  
  1. Eine Seite der Rasierklinge wird mit Haftband beklebt, damit man sich nicht schneidet;
  2. Von der Blattunterseite macht man parallel zur Oberfläche an der Blattader einen möglichst dünnen Schnitt;
  3. Man überträgt das abgeschnittene Gewebestück in Wasser vorsichtig auf einen Objektträger;
  4. Vorsichtiges Auflegen eines Objektgläschens;
  5. Beobachtung im Mikroskop


 
Aufgabe: Fertige eine möglichst große Zeichnung des „Behälters“ der Duftstoffe an!
 

 
Duft Arbeitsunterlage 2--------------------------------------------------------------------
Destillation des Duftstoffs                      

Was wird gebraucht?
1) Ein Topf mit einer Duftgeranie 
 
 
 
 




2) Eine Destillationsanlage wie in der Abbildung gezeigt.
 
 
 
 
Destillation: Man nimmt etwa 200g frische Blätter einer Duftgeranie. Der Kolben mit Wasser wird langsam erhitzt. Schon sehr rasch scheidet sich im eisgekühlten Auffangkolben auf einer Wasseroberfläche das – wenige Duftöl Geraniol ab.
Tipp: nur sehr langsam erhitzen und bei etwa 800 im Kolben nicht weiter erwärmen!
Weitere geeignete Pflanzenteile sind:   Duftnelken aus dem Gewürzhandel, Salbeiblätter,  auch getrocknete Teekräuter



Duft Arbeitsunterlage  3-------------------------------------------------------_-
Wir stellen ein Parfüm her!
 
In der Parfümindustrie gibt es einen besonderen Beruf: Personen, die besonders gut riechen können, heißen: „Die Nasen“. Sie sind besonders geeignet, aus den verschiedensten Düften, den sogenannten Essenzen, immer wieder neue Parfüms zu erfinden.
                                                                                              Arbeitsplatz für den 
                                                                                              jungen Parfümentwickler:   
 Ausgangsstoffe:
Besorge aus der Apotheke oder aus einer Drogerie verschiedene Duftstoffe. 
Achte darauf, dass es reine Düfte (Essenzen genannt) sind und keine Mischungen!
 
Mische ein Parfüm aus den gekauften Essenzen, das Dir gefällt.
  1. Fülle 2ml absoluten Alkohol in ein 10ml fassendes Gläschen mit Deckel
  2. Entnehme mit einem Glasstab einige Tropfen aus einem Glas mit den Essenzen!
  3. Rühre im Deckelglas mit dem Glasstab gut um.
  4. Rieche sorgfältig.
  5. Entscheide Dich für die nächste Essenz (mit gut gesäubertem Glasstaub!!)
  6. Rühre gut um; Rieche erneut;
  7. Führe die Komposition solange fort, bis das „Superparfüm“ fertig ist.
 
                                                  Erfinde einen Namen: ________________________________________

Lass andere dein Parfüm bewerten!!!
    

Riecht das Parfüm eher: süßlich? eher leicht? eher herb?  eher süßlich schwer?   Wäre es eher ein Damenduft?  eher ein Herrenduft?
 
Passt der Name?        Ja______            nein_______           neuer Name:____________________ 

Wieviele Punkte ergibst du? (Punkte von 1 bis 10) ??  _____________                  
Du hast 10 Punkte zu vergeben, gib dem getesteten Parfüm eine Anzahl von Punkten! Teste wenigstens 4 andere Parfüms! - Das Parfüm mit den meisten Punkten hat wahrscheinlich den höchsten Verkaufserfolg!
 

Duft  Arbeitsunterlage 4 -----------------------------------------------
Geschichte der Düfte kurz gefasst
 
Die Geschichte der Düfte ist so alt wie die Menschheit. Duft ist der Inbegriff von Luxus, der Verfeinerung des Lebens überhaupt. Noch bevor die Menschen anfingen, sich selbst, ihre Geräte und ihre Umgebung durch Bemalen zu schmücken, machten sie sich den Göttern angenehm – durch Duft. Zu Beginn nutzten sie einfach Blumen, die besonders gut duften, aber bald entdeckten sie, dass Harze und Balsame durch Erhitzen noch stärker duften: per  fumum = „durch Rauch“, durch Rauchopfer suchte man sich der Gottheit zu vergewissern. Man opferte das Teuerste, das man hatte, erst noch Tiere, dann aber mehr und mehr Stoffe, die bei Erhitzen besonders gut duften. Der Mensch bemerkte gleichzeitig, wie wichtig Düfte für ihn selbst sind. Das Zubereiten und Konservieren von Duftstoffen ist seit dem 4 Jahrtausend vor Christus nachgewiesen. Durch die Römer kam die heutige Bezeichnung für die Kombination von Duftstoffen: „per fumum“ wurde zu Parfüm. - Vom Rauchopfer leitet sich also die heutige Bezeichnung Parfüm ab.
Im alten Rom war der Bedarf an Duftstoffen war gewaltig, es wurde alles parfümiert, was nur irgend mit Duft zu versehen war: Badewasser, Haare, Haut, Kleidung, Bett, die Gespielin, das beste Pferd, die Wände der Zelte… Es gab Parfüms gegen Mundgeruch, gegen Körperdüfte, gegen Gestank in der Wohnung. Diese Kultur des guten Geruchs geriet mit dem Niedergang Roms und mit dem Aufkommen des Christentums in Misskredit. Während die Bibel und der Koran Räucherwerk und Badegewohnheiten als Bestandteile des täglichen Lebens positiv beschreiben, wurden im Zeichen des christlichen Lebens Körper und Hygiene weniger geachtet und die Nutzung die teueren Duftstoffe als Zeichen der Eitelkeit verteufelt.  Es blieb der Weihrauchduft, der den Kirchen vorbehalten war. 
In dieser Zeit war besonders in Arabien die Kunst des Parfümierens verbreitet. Erst um 1200 kam die Kunst des Parfüms durch die Kreuzritter nach Mitteleuropa. Venedig organisierte den Handel. Da die Araber schon die Destillation erfunden hatten, mussten nicht mehr die getrockneten Pflanzenteile importiert werden, sondern die Destillate, die Essenzen,  wurden in kleinen Glasfläschchen eingeführt, zu horrenden Preisen, versteht sich. Daher rührte ein Teil des Reichtums von Venedig - neben dem Gewürzhandel. 
 
 Arbeitsplatz eines Parfürmeurs (Zeit 1994)
Seit dem 19 Jahrhundert entwickelte sich die Stadt Grasse im Departement Alpes-Maritimes zur Welthauptstadt der Essenzen mit mehreren großen Firmen. Hier wurden die Verfahren der Duftstoffgewinnung in großtechnischem Maßstab optimiert. 
 
Mit dem Aufkommen der synthetischen Duftstoffe wurde Holzminden in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg Weltmarktführer (Firma: Haarmann&Reimer). Die synthetischen Duftstoffe lösen keine allergischen Reaktionen aus und die Auswahl der chemischen Synthesen ist nahezu grenzenlos. Zum Beispiel besteht das berühmte und teure Parfüm Chanel Nr5 - das erste Parfüm aus ausschließlich chemisch synthetisierten Substanzen - aus 80 verschiedenen Düften bei 85% Alkoholgehalt. Es wurde vom Parfümeur des russischen Zaren für die Modedesignerin Chanel entwickelt.
Heute hat jeder Modedesigner ein eigenes Parfüm und verdient oft mehr am Parfüm als an den Kleidern. Dazu wird fast jedes Produkt mit einem eigenen Duft versehen, bevor es in den Handel kommt. Denn: was nicht gut riecht, wird nicht gekauft. Und was schlecht riecht, schon gar nicht.
Jellinek, J. St. (2000): Parfüm, der Traum im Flakon, GoldmannVerlag;
http://www.myparfuem.com/Wissen/3/201/Parfuemgeschichte/Damals-Und-Heute.html
Schöner, H. (1983): Parfüm im Wandel der Zeiten, Hans-Schöner-Verlag;
Müller, J. (1984):Das H&RBuch Parfüm, GlössVerlag, Hamburg;
Süßkind, P: (neueste Auflage), Das Parfüm, Diogenes Verlag;
 
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