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Kreislauf: Herz                                                                  zurück

Einführung
Das Herz ist ein Hohlmuskel, der das Blut durch die Schlagadern in den Körper pumpt, durch die Lungenarterien in die Lunge und das 
sauerstoffreiche Blut aus den Lungenvenen ins Herz zurück. Es hat insgesamt vier Kammern, zwei Vorhofkammern und zwei Herzkammern. Notwendig dabei sind insgesamt 4 Ventile, die das Blut in eine Richtung lenken.
 
                                
 
Das Herz selbst wird von außen durch die Herzkranzgefäße versorgt.
 
 




Herzkranzgefäße
 (mit Erlaubnis der Bundeszentrale für Gesundheit, Köln. 
Präparat: Die Gefäße des Herzens wurden mit Kunststoff ausgekleidet, dann das Muskelfleisch chemisch entfernt.)
rot = zuführende Arterien   blau = abführende Venen
 Diese Herzkranzgefäße versorgen das Herz mit Nährstoffen und Sauerstoff. Eine Schädigung ist daher lebensgefährlich. Diese Schädigungen verlaufen meist schleichend und werden als chronische Herzkreislauf- Erkrankungen zusammengefasst.
Neben der Krebsbekämpfung ist die Herzgesundheit heute die wichtigste Aufgabe der Gesundheitsförderung.
Vgl. Speckmann/Wittkowsky: Bau und Funktion des menschlichen Körpers, neueste Auflage; 
Thews et al.: Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, 1992,195; 
Kuhn, K. u. W. Probst: Biologisches Grundpraktikum Band1, Fischer 1983
 
 

Herz Arbeitsunterlage 1--------------------------------------------------------------
Herzschlag

Modellversuch:  Arbeitsweise des Herzens.
Erklären Sie an Hand der Modellzeichnung (an der Tafel oder im Heft) die Arbeitsweise des Herzens und die Bedeutung der Ventile! Zeichnen Sie den Blutstrom ein!  
Aufgabe: Spielen Sie mit ihren Händen die Bewegung des ganzen Herzens nach. 

 
Durchführung: Legen Sie beide Hände an die Brust. Der Vorhof ist geöffnet, die Hauptkammer ist zur Faust geballtDas ganze Herz wird nach unten gezogen. Dann bilden Sie mit der oberen Hand eine Faust und ziehen die Hauptkammer  etwa 10cm nach oben. Gleichzeitig öffnen Sie die Hauptkammer. Dadurch fließt das Blut aus dem Vorhof in die erschlaffte Hauptkammer. untere Hand. Wenn sich die Hauptkammer wieder nach unten zieht, wird der Vorhof passiv mit Blut aus der Hohlvene wieder gefüllt.
Obere Hand == Vorhof                    untere Hand == Hauptkammer

Versuchen Sie den Ablauf 70mal in der Minute durchzuführen. Sie bekommen eine Ahnung davon, wie raffiniert die Steuerung des Herzschlags schon in Ruhe ist.

Aufgabe: Erklären Sie, warum die Vorhofkammern keine Muskeln brauchen. Erklären Sie, warum die rechte Hauptkammer mit sehr wenig Muskeln auskommt.



Herz Arbeitsunterlage 2--------------------------------------------------------------
Pulsmessung
 
Info: Unter Puls wird der Blutstoß durch die großen Adern, die Arterien, verstanden.

Versuch 1: Stellen Sie den Pulsschlag pro Minute fest!  
Durchführung:
1: Suchen Sie am Handgelenk eine Stelle, an der der Puls mit den Fingern der anderen Hand zu spüren ist.

2: Zählen Sie die Pulsschläge 15 sek lang, multiplizieren Sie mit 4, um den Pulsschlag pro Minute zu erfassen.
3: Vergleichen Sie die Pulsschläge beim Sitzen, beim Liegen, nach 5 Kniebeugen, nach einer Rechnung an der Tafel.
Aufgabe: Weisen Sie den Puls an wenigstens 7 Stellen an Ihrem Körper nach! Setzen Sie sich dazu auf einen Stuhl.
 
Versuch 2: Errechnen Sie die Geschwindigkeit des Blutflusses!
Durchführung: Halten Sie die linke Hand an die Halsschlagader, die rechte Hand an das Handgelenk der linken Hand. Sie fühlen an beiden Stellen den Puls. Der Versuch gelingt leichter in Ruhe!
Aufgabe: Errechnen Sie aus dem Zeitunterschied die ungefähre Geschwindigkeit des Blutflusses vom Hals bis zum Handgelenk!
Günstig ist ein Versuchsleiter mit einer Stoppuhr, dem Sie unter a) den Pulsschlag am Hals und unter b) den Pulsschlag an der Hand zurufen.




Herz Arbeitsunterlage 3--------------------------------------------------------------
Blutdruckmessung

Das Herz pumpt das Blut durch den Körper. Es wird dabei von den Muskeln in den Arterienwänden unterstützt. Man kann den pulsierenden Blutdruck mit einer Manschette und einem Hörrohr gut überwachen.
Versuch: Messen sie den Blutdruck mit einer Manschette und einem Messgerät bzw. mit einem Hörrohr.
 
Durchführung:
1:  Man umschließt bei einer Versuchsperson den Oberarm mit einer Manschette so fest es geht.
2:  Dann schließt man das Messgerät in Richtung auf den Unterarm an.
3: Nun öffnet man langsam die Manschette (bei einigen Geräten automatisch) bis man das durchfließende Blut als Druck oder als Strömungsgeräusch messen kann.
4.  Man senkt weiter den Druck, bis man ein deutliches Strömungsgeräusch hören bzw. messen kann. 
 
Informieren Sie sich:
Was versteht man unter dem „systolischen Druck“ und was unter „diastolischen Druck“?
Wie verhält sich der diastolische Druck bei Sport?
Messung vor und nach 10 Kniebeugen!
 
 
Herz Arbeitsunterlage --------------------------------------------------------------
Herzpräparation                                                                                   1von2             
vgl. auch: Kuhn/Probst (1995): Biologisches Grundpraktikum, 273ff
Material: ein möglichst unversehrtes Schweineherz aus dem Schlachthof, die Ansätze der Blutgefäße, der Speiseröhre, etwas Luftröhre und evt. Lunge sollten noch vorhanden sein.
Geräte: eine flache Plastikschale 40 x 60 cm, ein scharfes Küchenmesser, Präparierbesteck, Perlonschnur, eine 10ml Pipette, Einmalhandschuhe
Aufgabe 1: Beobachtungen am unversehrten Herzen.
Herzbeutel: Er stellt ein Gleitlager für die Herzbewegung dar. Das Gewebe ist sehr gleitfähig mit einer bräunlichen Flüssigkeit. -Den Herzbeutel trennt man mit dem Messer ab,  ebenso Fett und anderes Fremdgewebe.
Herz, Venen und Arterien: Man legt das Herz mit den Gefäßen nach unten auf die Präparierschale. Die beiden Herzkammern werden sichtbar, getrennt durch eine leichte Furche. (Die Vorkammern liegen auf der Rückseite). Von der rechten Herzkammer geht die weißliche Lungenarterie ab, von der linken Herzkammer die rötliche Hauptschlagader, die sich in Kopfschlagader und Armschlagader teilt. Zum Herzen hin führen die weißliche Körpervene an der hinteren Seite zur rechten Vorkammer, die Lungenvene zur linken Vorkammer (schlecht zu erkennen).
         
                
Aufgabe 2: Präparation der rechten Herzkammer
Schnitt 1: Man schneidet von der Lungenarterie bis zur Herzspitze – möglichst ohne die Herzkranzarterie zu verletzen! 
Die Herzkranzarterie entspringt an der Körperschlagader. Wenn man sie dort anschneidet und mit einer Pipette Luft einbläst, bläht sie sich auf. Man kann dann den Verlauf gut erkennen.
Schnitt 2: Von der Herzspitze her bis zur rechten Herzkammer.
Schnitt3: Man schneidet nun an der Spitze entlang, so dass das Herzgewebe abgehoben werden kann.
Beobachtung: Man dreht das Herz zur Seite und kann nun in die Kammern blicken: die dreiteilige Segelklappe wird sichtbar, die Segel (Sehnen) der Herzmuskulatur ziehen zum Vorhof hin. -- Mit einer Sonde wird der Eingang zum Vorhof ertastet. Aus der rechten Herzkammer führt ein Weg in die Lungenarterie. Die Taschenklappen liegen schlaff an der Wand an. Mit dem Finger sucht man sie auf und stellt fest, dass sie sich nur in einer Richtung öffnen lassen. 
 
Aufgabe 3: Präparation der linken Herzkammer
Die linke Herzkammer wird mit einem scharfen Messer vom der Spitze her aufgeschnitten. Man klappt die Muskelwand nach oben. Die Eintrittsöffnungen der linken und rechten Lungenvenen (roter Wollfaden). Die Segelklappen werden sichtbar. Die linke Herzkammer zeigt eine wesentlich stärkere Muskulatur. An den Ansatzstellen der Aorta – hinter den Taschenklappen – entspringt eine Herzkranzarterien, deren Verlauf  man durch Aufblasen mit einer Pipette verfolgen kann.

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Vereinfacht nach Kuhn/Probst (1995): Biologisches Grundpraktikum, 273ff


 
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