S Leinen - Experimente Biologie

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Was haben Bakterien mit Leinenstoffen zu tun?        zurück  
Thumm, Ursula

Es geht um die älteste Nutzpflanze der Menschheit, eine Pflanze mit der Bezeichnung, wie das der Name schon sagt „den höchst nutzbaren Lein“. (Linum usitassimum).
Zur Pflanze: Lein als angebaute Pflanze wurde schon für die Zeit 6000 Jahre vor Christus nachgewiesen. Aus den Früchten gewinnt man bis heute hochwertiges Öl, sie werden oft im Brot verbacken (Leinsamenbrot) oder dem Müsli zugegeben. Die Stängel enthalten besonders lange und haltbare Fasern, die zu Fäden versponnen und dann zu hochwertigen Stoffen gewebt werden. Im Mittelalter war Leinenbekleidung üblich. Deutschland war lange Zeit das wichtigste Anbaugebiet, heute sind es Belgien und Russland. Die Leinpflanze erlebt seit wenigen Jahren ein Renaissance wegen der vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten, der guten Trageeigenschaften und wegen der geringen Boden- und Klima- Ansprüche.
Bei den vielzelligen Pflanzen werden die einzelnen Zellen durch eine Kittschicht miteinander „verklebt“. Beim Lein sind die festigenden Elemente (Sklerenchymzellen) besonders lang und elastisch, sie sind umgeben von kleineren Zellen (Mesenchymzellen), welche die Querstabilität bewirken. Die Leinpflanze wurde schon früh auf hohen Wuchs gezüchtet: Faserlein , der 80 bis 120 cm hoch wächst).
 
Im Gegensatz dazu hat der Öllein kürzere Stängel, dafür aber viele Verzweigungen mit mehr Blüten und einer sehr viel höheren Anzahl von ölhaltigen Samen
 
Fasergewinnung: Die Abschnitte sind: Aussaat – Wachstum - Ernte – trocknen – rösten – brechen – hecheln – spinnen – weben – fertiger Leinenstoff.
Die Hilfe der Bakterien besteht darin, dass die getrockneten Stängel Regenwetter ausgesetzt (oder technisch befeuchtet) werden. Die überall vorhandenen Fäulnisbakterien nutzen den Kitt zwischen den Zellen für ihren Stoffwechsel. Der Zellkitt wird leichter abgebaut als Zellulose (Fasern) (Beweis: verrottendes Holz kann man zuerst zerbröseln: die Zellen lösen sich aus dem Verband). Die Kunst beim Lein besteht darin, den Fäulnisprozess durch leichtes Erhitzen zu unterbinden (Rösten), solange die Zellulose noch nicht angegriffen wird. Im nachfolgenden Brechen werden durch Verbiegen der Stängel die langen Fasern weiter freigesetzt, die kurzen Leitbündel (Zellulose) lockern sich und lassen sich beim anschließenden Hecheln auskämmen. Man erhält auf diese Weise mit der entscheidenden Hilfe der Fäulnisbakterien die (fast reinen) langen, biegsamen und elastischen Fasern. 
Versuche:    Mikroskopie der Leinstängel        Arbeitsablauf
LIT: dambroth, M, u. R. Seehuber 1988: : Flachs: Züchtung, Anbau und Verarbeitung Ulmer;
Gesamtverband LEINEN  http://www.gesamtverband-leinen.de/   Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Leinen
Wikipedia: http://www.heilpflanzen-welt.de/kraeutergarten/2007-07-Das-natuerliche-Multi-Talent-Lein.htm  
http://www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/003/00260-Flachs/MZ00260-Lein.html ;  http://www.oelmuehle-doernthal.de/Alles_uber_Leinol/alles_uber_leinol.html   ; http://www.ki.shuttle.de/ki/rhs/pkhome.htm
Brunner, Ulrich1961: der Flachs NIU B2 29, 77ff; https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Lein



Leinen Arbeitsunterlage  1-------------------------------------------------------
Was haben die Stängel von Leinpflanzen besonderes?  
 
Man braucht:
Einige frische Leinpflanzen, getrocknete Leinstängel;
Mikroskop, Objektträger, Deckgläschen
 
Herstellung eines Querschnitts durch den Stängel  
  1. Schneide ein Stück von etwa 4 cm vom Stängel ab.
  2. Stelle mit der Rasierklinge eine möglichst ebene Fläche her,
  3. Befeuchte die Oberfläche mit einem Wassertropfen;
  4. Führe nun mit einer Rasierklinge einen möglichst dünnen Schnitt an der Oberfläche vorbei. Es genügt, wenn du nur einen Teil des Querschnitts schneidest. Achte darauf, dass die Oberfläche immer von Wasser bedeckt ist;
  5. Übertrage nun den Schnitt auf einen Objektträger mit einem Wassertropfen.
  6. Lege ein Objektgläschen auf. Achte darauf, dass möglichst wenig Luftblasen im Wasser sind!
  7. Fertige eine möglichst genaue Zeichnung von einem sehr kleinen Teil deines Präparates an, nimm die Zeichnung zur Hilfe!
 
 
 
 
Leinen Arbeitsunterlage 2 -------------------------------------------------------
Gewinne reine Leinfasern für den Leinenstoff!   
Lein und Flachs sind beide Bezeichnungen für dieselbe Faser.
 
Man braucht:  
Getrocknete Stängel der Leinpflanze;
Einige Gläser mit Schraubverschluss,
 
Wir überprüfen den entscheidenden Vorgang! 
Aussaat – Wachstum - Ernte – trocknen – rösten – brechen – hecheln – spinnen – weben – fertiger Leinenstoff. Welcher Vorgang ist gemeint?
 




 

Wie nennt der Flachsbauer den Vorgang? Ordne richtig zu!
 
Wie werden die Fasern
großtechnisch gewonnen?
Erkläre nebenstehende
Abbildung!
 
Informiere dich aus dem Internet oder
aus Büchern über die Leinpflanze:
 
Welche Eigenschaften hat die Leinpflanze?
Wo sind die Anbaugebiete?
Warum ist Leinenstoff so begehrt?
Wie hoch sind die Umsätze des Handels?
 
 



Leinen Arbeitsunterlage 3 -------------------------------------------------------
Leinenherstellung vor 150 Jahren

Beschreibe die Bilder und kläre, wo Bakterien eine Rolle spielen!
        
               
                                                                       Leinpflanze                        Leinstroh                                             rotten

        
                                                                                   brechen                           hecheln                                             spinnen
           
                                                                          Leinfäden                                    weben                                            grobes Leinen
      
           
 
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